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Einen Opel GT auf einer sehr guten Rohkarosse nahezu perfekt zu restaurieren und danach der Öffentlichkeit zu präsentieren ist eine Sache. Ihn aber technisch in einen zuverlässigen, neuwertigen Zustand zu versetzen eine andere.

Als mein silberner Opel GT im März 2002 als „Silberpfeil“, in einer Zeitschrift für Opel Automobile über mehrere Seiten vorgestellt wurde war das Echo durchweg positiv. Schließlich war das Fahrzeug auf einer ungeschweißten Karosserie ausschließlich mit Neuteilen oder neuwertigen Teilen aufgebaut worden. So dachte ich damals wenigstens, ohne zu erahnen, dass mich der Opel GT noch viel Geld und noch mehr Nerven kosten würde.

Nach vorrausgegangenen Karosseriearbeiten holte ich den Opel GT im Sommer 1999 vom Lackierer ab. Anschließend wurde die Rohkarosse zum Zweck des Neuaufbaus zu einem vermeintlichen Experten in die Nähe von Sigmaringen auf die Schwäbische Alb verfrachtet. Diesen lernte ich kennen, als ich während der Restauration der Karosserie einige Infos benötigte und dadurch die Telefonnummer eines Opel GT Clubs in meiner näheren Umgebung anwählte. Die kompletten Technikteile wie Motor, Getriebe, Vorder- und Hinterachse, Bremsanlage etc. wurden von ihm geliefert. Zuvor wurde vereinbart, dass bei der Komplettierung meines Opel GT nur neu bzw. neu überholte Teile eingebaut werden sollten.
Zum Winter 2000 stand er fertig komplettiert wieder in meiner Garage. So stand er, lediglich unterbrochen wegen des Fototermins mit der Opel-Zeitschrift, bis zum Mai 2002.

Anfang Juni 2002 erinnerte ich mich daran, dass der Opel GT eigentlich auch ein Auto zum Fahren ist. Also wurde er zur Jungfernfahrt aus der Garage geholt. Die Freude am Fahren war jedoch nach 10 Minuten vorbei. Der Motor überhitzte. Beim öffnen der Motorhaube wurde außerdem eine Undichtigkeit am Hauptbremszylinder festgestellt. Wie sich herausstellte hatte der Thermostat nicht geöffnet. Ursächlich für die Undichtigkeit am Hauptbremszylinder war ein fehlender Dichtring am Anschlussstück für den vorderen Bremskreis. Zudem war das Gewinde am Anschlussstück durch einen schräg eingeschraubten Nippel defekt. Nach weiteren 50 Kilometern blieb ich wegen einer defekten Einspritzpumpe liegen. Auch machte das Getriebe unerträgliche Geräusche. Der Grund war ein Lagerschaden an der Hauptwelle. Wieder 60 Kilometer später vernahm ich aus dem Motorraum ein lautes Klopfen, der Motor verlor an Leistung und wollte schließlich gar nicht mehr. Der Lüfterflügel streifte an der Zentralverschraubung der Kurbelwellenriemenscheibe. Die Ursache lag an der sich
herauslösenden Schraube an der Kurbelwelle, die weder festgezogen noch gesichert war. So wurde ich innerhalb kurzer Zeit ein drittes mal abgeschleppt.

Zwischenzeitlich hatte ich erhebliche Bedenken über den Zustand der mir veräußerten Teile sowie über die Qualität der ausgeführten Arbeiten beim Zusammenbau des Fahrzeugs. Deshalb vertraute ich meinen Opel GT jetzt umgehend einem Kfz-Fachbetrieb an.

Und dieser sollte noch weitere technische Unzulänglichkeiten und Mängel feststellen.. Ein Kfz-Sachverständiger bezeichnete die ausgeführten Arbeiten, des bereits oben erwähnten vermeintlichen Experten, als „lebensgefährlich“. Sämtliche Teile, die der vermeintliche Experte mir veräußerte, waren „Schrott“ oder dem Zustand entsprechend überteuert.

So war an der „neu“ überholten Vorderachse am rechten unteren Querlenker das Traggelenk ausgeschlagen. Wegen der Tieferlegung wurde die originale Dreiblattfeder so unfachmännisch stark vorgespannt, dass die Fahrsicherheit des Fahrzeugs darunter litt. Sie wurde durch eine neue Zweiblattfeder ersetzt. Beim Zusammenbau wurde vergessen den Motorhalter links oben anzuziehen. Der Tachometer war in Folge einer nicht korrekt verschraubten Tachowelle ohne Funktion. Eine falsche Ventildeckeldichtung und ein defekter Kurbelwellendichtring sorgten für einen Ölverlust am Motor. Der nicht ordentlich befestigte Endschalldämpfer der Auspuffanlage verdrehte sich während der Fahrt. Das Heizventil war ohne Funktion und der Betätigungszug im Bereich des Heizungskühlers war nicht richtig eingehängt.
Zwischendurch hatte ich wieder einmal ein Problem mit der Einspritzanlage. Der Anschluss der Masseverbindung für die Einspritzpumpe war auf den Lack und die Kabelschuhisolierung verschraubt. Nebenbei waren im Sicherungskasten mehrere Flachstecker locker und teilweise eingerissen.
Des weiteren waren im Motorraum mehrere Schläuche lose oder falsch verlegt, weshalb der Motor Falschluft zog und Unterdruck erzeugte. Außerdem ließ sich der „neu“ überarbeitete Zylinderkopf überhaupt nicht sauber einstellen und lief unrund. Er wurde im Frühjahr 2003 nochmals komplett neu überarbeitet. Gleichzeitig musste das mahlende Differenzial der angeblich „neu“ überholten Hinterachse ausgetauscht werden.

Im Juli 2003, pünktlich zum Opel GT-Treffen des GT-ClubWürttemberg ging die als „neu“ verbaute vordere Scheibenbremse fest. So fand das Treffen ohne mein Fahrzeug statt. Bei der Demontage der Bremsanlage wurde ersichtlich, dass die Bremskolben unmöglich als Neuteile eingebaut wurden. Die beiden Bremskolben waren dermaßen korrosiv, als ob sie schon etliche streusalzreiche Winter hinter sich hätten.

Wenigstens hatte ich mit der Wahl des Kfz-Fachbetriebs mehr Glück. Mit fachlicher Kompetenz und großer Geduld unterstützte er mich bei den vielen Nachbesserungsarbeiten. Denn inzwischen fährt sich mein Opel GT tatsächlich wie ein Neuwagen.
Nach meinen gemachten Erfahrungen würde ich heute den Neuaufbau meines Opel GT gleich den Fachbetrieb ausführen lassen. Das ist langfristig günstiger und vermeidet viel Ärger. Zusätzlich gibt es dort auf Ersatzteile und den ausgeführten Arbeiten eine gesetzliche
Gewährleistungspflicht

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